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Das Projekt "Schöninger Speere"
Die ältesten Speere der Menschheit
Die Fundstellen
Bibliographie
Lassen Sie sich faszinieren von einem 400.000 Jahre alten Holzspeer. Er verändert die Geschichte der Menschheit - schafft völlig neue Erkenntnisse über das Leben des europäischen Urmenschen als spezialisierter Großwildjäger. Begleiten Sie ein vergleichsloses Langzeit-Forschungsprojekt.
Folgen Sie uns auf dem Weg zu einem interdisziplinären Forschungs- und Erlebniscenter.
Das Projekt "Schöninger Speere"
von Dr. Regine Maraszek nach oben
Quellen, die uns Auskunft über das Leben unserer Vorfahren im Eiszeitalter geben, sind außerordentlich selten. Glückliche Umstände müssen zusammentreffen: große Erdbewegungen, die die Entdeckung solcher Fundstellen möglich machen und Forscher, die die Funde erkennen und das Archiv der Erde deuten können. Am Rande der Stadt Schöningen im Braunschweiger Land wurde 1995 eine Weltsensation entdeckt: der älteste Holzspeer der Menschheitsgeschichte. Diese Entdeckung war die beinahe logische Folge eines seit 1983 arbeitenden Forscherteams unter Leitung von Dr. Hartmut Thieme, das die Aufschlüsse des Braunkohletagebaus begleitet und untersucht.
Aber nicht nur Reste menschlicher Anwesenheit, auch die Tier- und Pflanzenwelt und Fragen nach der Entwicklung von Umwelt, Klima und Landschaft in den letzten 500.000 Jahren stehen im Mittelpunkt des Interesses dieses laufenden Forschungsprojektes, in dem sich die Ersten Ihrer Fachgebiete aus ganz Europa zusammengefunden haben.
Die heute bekannten Reste von insgesamt 7 Speeren bilden die spektakulärsten Funde – das Jagdlager, in dem sie gefunden wurden, lieferte zusätzlich noch Feuerspuren und tausende Wildpferdknochen, von denen viele Schnittspuren aufweisen. Es öffnet uns ein noch bedeutenderes Fenster zur Vergangenheit und zeigt die frühen Menschen als hoch kommunikative Wesen, die gemeinsam erfolgreich ihr Überleben sicherten.

Am authentischen Ort, ganz in der Nähe des Fund- und Ausgrabungsplatzes entsteht in den nächsten Jahren ein Forschungs- und Erlebniszentrum, das die Dokumentation und das in Schöningen gesammelte Wissen der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wird.
Die Brachlandschaft des Tagebaus gibt uns dabei Einblick in ein einmaliges Archiv der Erdgeschichte und ist gleichzeitig die Kulisse eines eiszeitlichen Landschaftsbildes für das Besucherzentrum. Eine anspruchsvolle Landschafts- und Gebäudearchitektur soll mit attraktiven Nutzungskonzepten vereint werden. In enger Verknüpfung mit der Entwicklung regionaler Tourismusprojekte wie zum Beispiel dem Nationalen Geopark und dem „Grünen Band“ – einem weltweit einzigartigen Biotopverbund – soll ein lebendiger Ort des archäologischen Wissens und der öffentlichen Kommunikation entstehen, der der Weltbedeutung der Schöninger Funde angemessen ist.
Die ältesten Speere der Menschheit
von Hartmut Thieme nach oben
In der Menschheitsgeschichte umfaßt die Altsteinzeit (Paläolithikum) den längsten Abschnitt. Er beginnt mit den ersten einfachen Steinwerkzeugen im Osten Afrikas vor mehr als 2,5 Millionen Jahren und geht in unserem Raum mit dem Ausklingen der letzten Eiszeit vor rund 10 000 Jahren zu Ende. Die wirtschaftlichen Grundlagen der Menschen dieser langen Epoche waren die Jagd und das Sammeln.

Während sich Steinwerkzeuge des Paläolithikums als in der Regel unvergängliche Kulturgüter in großer Zahl erhalten haben, sind Holzgeräte aufgrund ungünstiger Erhaltungsbedingungen nach wie vor äußerst selten. Zu den wenigen weltbekannten Ausnahmen gehören in Europa das bereits 1911 entdeckte, etwa 38 cm lange Spitzenbruchstück einer altpaläolithischen Eibenholzlanze von Clacton-on-Sea, Essex (Ostengland), die in die mittelpleistozäne Holstein-Warmzeit gehört, sowie die 1948 geborgene, etwa 2,4 m lange Eibenholzlanze von Lehringen, Ldkr.Verden, aus dem Eem-Interglazial, der letzten Warmzeit des Eiszeitalters. Mit dieser Stoßlanze war vor rund 120.000 Jahren ein Waldelefant erlegt worden.

Umso bedeutender ist ein 1994 im Braunkohlentagebau Schöningen bei Helmstedt entdeckter altpaläolithischer Fundplatz, auf dem sich zusammen mit Steinwerkzeugen und zahlreichen Resten von Großsäugern, hauptsächlich dem Pferd, mehrere hölzerne Wurfspeere aus der Zeit des späten Urmenschen (Homo erectus) erhalten haben, die uns völlig neue Einblicke in die Entwicklung und Kultur des frühen Menschen vor etwa 400.000 Jahren ermöglichen.

Im Vorfeld des Tagebaus Schöningen wird vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, vom Verfasser seit 1983 eine archäologische Großmaßnahme durchgeführt, vielfältig unterstützt und gefördert durch die abbautreibende Braunschweigische Kohlen-Bergwerke AG, Helmstedt. Bis einschließlich 1991 wurden zahlreiche Siedlungen und Gräber aus der Jungsteinzeit sowie der Bronze- und Eisenzeit
(ca. 5.500 v.Chr. bis Christi Geburt) vor dem heranrückenden Schaufelradbagger ausgegraben, insgesamt auf Grabungsflächen von etwa 350 000 m².

Seit 1992 wurden dort zwischen 8 bis 15 m unter der heutigen Geländeoberfläche in den mächtigen eiszeitlichen Deckschichten oberhalb der tertiären Braunkohle gleich mehrere Fundplätze aus der frühen Altsteinzeit entdeckt und untersucht. Diese Fundplätze, auf denen sich sogar verschiedenartige Geräte aus Holz erhalten haben, gehören in das Altpaläolithikum und sind mit großem Abstand die bisher ältesten Siedlungsnachweise des Menschen in Niedersachsen.

Im Herbst 1994 begannen Rettungsgrabungen in einem neuen Fundhorizont, der in Seerandablagerungen in einer torfigen Mudde liegt. Vegetationsgeschichtliche Untersuchungen und Analysen der Molluskenfunde belegen für diesen Fundplatz ein kühl temperiertes Klima mit Wiesen- und Waldsteppen am Ende einer Warmzeit. Diese, das neuentdeckte Reinsdorf-Interglazial, ist die mittlere von drei Warmzeiten, die in Schöningen zwischen der Elster- und der Saale-Eiszeit nachgewiesen werden konnten. Bis Ende 1997 wurden etwa 2 000 m² dieses Fundplatzes ausgegraben, mit bisher weit mehr als 30.000 Jagdbeuteresten, überwiegend vom Pferd. Zahlreiche Knochen sind zerschlagen oder weisen Schnittspuren von Steinwerkzeugen auf. Unter den Feuersteinartefakten finden sich neben Werkzeugen wie Schabern und Spitzen hunderte von Retuschierabfällen.

Bereits Ende 1994 wurde ein qualitätvoll bearbeitetes Holzgerät freigelegt. Es ist 78 cm lang, bis zu 3 cm stark und an beiden Enden zugespitzt - vermutlich ein Wurfholz. Für diesen Fund gibt es aus der gesamten Altsteinzeit bisher keine Parallele!

Seit dem Spätsommer 1995 wurden auf diesem Fundplatz weitere Holzobjekte entdeckt und geborgen, die den genannten Holzgerätfund in seiner Bedeutung für die Kulturgeschichte der frühen Menschheit weit übertreffen. Es handelt sich um insgesamt sieben recht gut erhaltene Holzspeere. Sie haben Längen von 1,82 m bis ca. 2,50 m bei einem maximalen Durchmesser von ca. 3 cm bis 5 cm.

Nach den Holzartenbestimmungen durch W. H. Schoch sind bis auf eine Ausnahme alle Speere, ebenso wie das mutmaßliche Wurfholz, aus Fichte hergestellt. Es sind dafür Stämmchen ausgewählt und die Spitzen der Speere auf z.T. mehr als 60 cm Länge jeweils aus der Basis der Stämmchen herausgearbeitet worden. Die Astansätze wurden sorgfältig abgearbeitet. Der größte Durchmesser und Schwerpunkt liegt bei den Speeren im Vorderteil des Schaftes. Dies läßt erkennen, daß die Schöninger Stücke keine Stoßlanzen, sondern Wurfspeere sind.

Damit liegen aus dem Braunkohlentagebau Schöningen die ältesten vollständig erhaltenen Holzspeere der Welt vor (Alter ca. 400.000 Jahre). Die Wurfspeere aus Schöningen fanden sich auf einem Jagdlagerplatz inmitten zahlreicher Knochen von mindestens 15 Pferden, die vermutlich mit diesen Waffen an einem Seeufer gejagt worden sind. Sie werden daher ganz neue Erkenntnisse über den Zeitraum und die Umstände bei der Herausbildung der Großwildjagd zur Zeit des Homo erectus liefern, denn es sind zugleich die ältesten vollständig erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. Sie belegen eindeutig, daß der Urmensch (und erst recht der später lebende Neandertaler) seine Ernährung nicht, wie in den vergangenen Jahrzehnten besonders von anglo-amerikanischen Prähistorikern postuliert, überwiegend durch das Erbeuten von Aas gesichert hat. sondern ein äußerst geschickter Jäger war. Ausgestattet mit hervorragenden technischen Fertigkeiten in der Holzbearbeitung war er zu dieser frühen Zeit längst befähigt, eine Großwildjagd mit speziellen Waffen vorausschauend zu planen, zu organisieren, zu koordinieren und erfolgreich durchzuführen. Die Speerfunde ermöglichen somit subtile Einblicke in altpaliolithische Arbeits- und Lebensweisen, besonders in Hinblick auf eine effektive Nahrungsbeschaffung sowie der damit verbundenen Arbeitskooperation, und tragen so dazu bei, ein neues Bild vom frühen Menschen seinen geistigen Fähigkeiten und auch seinem sozialen Verhalten zu entwerfen. Und dies nach dem Wärmemaximum des Reinsdorf-Interglazials zu bereits kühleren Bedingungen, im Übergang zur nächsten Kaltzeit, in einer durch offene Wiesen- und Waldsteppen gekennzeichneten Landschaft am Nordrand der deutschen Mittelgebirgszone.
Aus: Archäologie in Niedersachsen 1, 1998, 47-49
Die Fundstellen nach oben
Fundstelle 1
Esbeck, "Nachtwiesenberg", 10.500 qm (1981/82) Bandkeramischer Siedlungsplatz: Erdwerk mit doppelter Grabenbefestigung von ca. 1,7 ha, mind. 6 Hausgrundrisse, Siedlungs- und Pfostengruben, Kindergrab
(Infans I/ca. 1 Jahr) mit 2 Tongefäßbeigaben; Hockergrab der Glockenbecherkultur (ca. 40jähriger Mann mit Kind) mit Kupferdolchbeigabe
Fundstelle 2
Esbeck, "Kakelsberg"
Frühbandkeramischer und Rössener Siedlungsplatz
Fundstelle 3
Esbeck, ca. 52.000 qm (1983)
Bandkeramischer Siedlungsplatz: 1 Hausgrundriß
(ca. 18 x 7 m), Siedlungsgruben; Siedlungsplatz der Rössener Kultur ohne Spuren von Wohn-/Wirtschaftsgebäuden;
Hütte (?) der Ammenslebener Gruppe; Grube der Einzelgrabkultur
Fundstelle 6
Schöningen, ca. 20.000 qm (1984)
Siedlung der Aunjetitzer Kultur: 2 Pfostenhäuser,
1 Doppelbestattung, 2 einzelne Hockerbestattung eines Mannes bzw. einer Frau o. datierende Beifunde
Fundstelle 7
Esbeck/Schöningen, ca. 31.000 qm (1984/85)
Siedlungsplatz der Rössener und der Bernburger Kultur:
0,25 m breites Palisadengräbchen (auf 60 m Länge),
4 NNW-SSO-ausgerichtete Hausgrundrisse (1 schiffs-,
3 trapezförmige), 1 Ofenanlage und Siedlungsgruben der Rössener Kultur; Siedlungsgruben mit Keramik der Bernburger Kultur
Fundstelle 8
Schöningen, ca. 4.500 qm (1984)
Grabhügel mit 2 Nachbestattungen o. Beigaben sowie mehr als 20 Brandbestattungen in der näheren Umgebung (mehrheitlich Urnengräber) der vorrömischen Eisenzeit
Fundstelle 9
Schöningen, ca. 22.000 qm (1985)
Gruben der Schöninger Gruppe und der frühen Trichterbecherkultur sowie der späten Bronze-/frühen Eisenzeit

Siedlungsbefunde (Gruben, Herdstellen, 1 Hausgrundriß,
1 Grab) unterschiedlicher Zeitstellung: Schöninger Gruppe, frühe Trichterbecherkultur, jüngere Trichterbecherkultur (Tiefstichkeramik) und Baalberger Kultur
Fundstelle 10
Schöningen, ca. 31.450 qm (1985/2002)
Siedlungsbefunde der Ammenslebener Gruppe der Schönfelder Kultur: 1 Hausgrundriß von 25 x ca. 5 m,
1 Palisadengräbchen, auf 50 m verfolgt (Erstbefunde!), Siedlungsgruben; 2 Bestattungsbefunde der Aunjetitzer Kultur; mehrere Vierpfostenspeicher, Herdstellen und Siedlungsgruben der frühen Eisenzeit
Fundstelle 11
Schöningen, ca. 53.000 qm (1986/87)
Siedlungs- und Grabbefunde verschiedener Zeitepochen:
1 Hausgrundriß der Rössener Kultur (?); Siedlungsgruben und 1 Hockerbestattung der Rössener Kultur, zwei parallel verlaufende Palisadengräbchen; Brandgrab und Gruben (mit Briquetage-Beleg?) der Ammenslebener Gruppe; Hockergrab der Aunjetitzer Kultur
Fundstelle 12
Schöningen, ca. 22.000 qm (1986/87)
2 Einzelgräber der Aunjetitzer Kultur
Der altpaläolithische Fundplatz Schöningen 12
Schöningen, > 150 qm (ab Frühjahr 1992)
Zuordnung: Schöningen II, Reinsdorf-Interglazial
Folge 1-5 (Mudde-Torf), biostratigraphischer Erstbefund
Funde/Befunde:
a) Fundschicht 1 (12-1), > 150 qm
  • Feuersteinartefakte
  • 4 ausgewitterte Aststücke der Tanne (Abies alba) mit Schnittkerben, Länge 113-322 mm (Klemmschäfte für Feuersteinartefakte?)
  • > 1000 Großsäuger-/Jagdbeutereste (Palaeoloxodon-antiquus-Fauna):
    Waldelefant, Waldnashorn (Stephanorhinus kirchbergensis), Bär, Pferd (Equus mosbachensis), Rothirsch (Cervus elaphus), Reh (Capreolus capreolus), Auerochse (Ur), Biber (Castor fiber) und Altbiber (Trogontherium cuvieri); Reste von Reptilien, Kleinsäugern (Arrvicola-cantiana[= Schermaus]-Trogontherium-cuvieri-Assoziation), Vögeln und Käfern
  • Zahlreiche Holz- (Erle, Kiefer, Tanne, Weide, Holunder, Hasel, Gagel, Eibe, Ulme) und Pflanzenreste
b) Fundschicht 2 (12-2), ca. 30 qm
  • Feuersteinartefakte
  • Jagdbeutereste
  • Feuerstelle (verbrannte Hölzer)
Fundstelle 13
Schöningen, ca. 30.000 qm (1988/89)
Mittelneolithisches Erdwerk mit Doppelgraben (über 400 m verfolgt) und 10 m breiter Toranlage; reich ausgestattetes, ehemals mit Holz verbautes Hockergrab (Erwachsener mit Kind) der Kugelamphorenkultur; Siedlungsbefunde der Schönfelder Kultur/Ammenslebener Gruppe; 6 Körpergräber; Hausgrundriß und Pferdebestattung der jüngeren Bronzezeit; Back- oder Darrofen der Zeit um Christi Geburt
Fundstelle 13/I
(ab Juni bis 9. September 1994)
Zuordnung: Schöningen I, Holstein-Interglazial?
Funde/Befunde:
a) Fundschicht 1 (13/I-1), 120 qm
  • Kleinformatige Werkzeuge und Silex-Abschläge
  • Verbrannte (craquelierte) Feuersteine (Trümmer und Artefakte)
  • Faunenreste: Steppenelefant/Mammut (Mammuthus trogontherii), Rind, Pferd und Rothirsch (Cervus elaphus)
b) Fundschicht 2 (13/I-2), 324 qm
  • Faunenreste: Bison
Fundstelle 13/II
Schöningen, ab 12. September 1994
Zuordnung: Schöningen II, Reinsdorf-Interglazial
Verlandungsfolge 4 ("Speer-Horizont")
Fläche: ca. 3.638 qm (bis Ende 2004)
Funde/Befunde:
  • 10/94: Zweiseitig zugespitztes Wurfholz (L.: 0,78 m) aus Fichte (Picea sp.)
  • Seit Herbst 1995: 8 Holzspeere (Längen: 1,82-2,5 m) aus Fichte
  • Feuersteinartefakte (Spitzen, retuschierte Schaber), Retuschierabfälle (weiche Schlagtechnik)
  • > 15.000 Jagdbeutereste: Wildpferd (allein 19 komplette Schädel!), daneben Wisent, Rothirsch, Wildesel
  • Feuerstelle (belegt durch Rotfärbung und Rissigkeit der Mudde)
Verlandungsfolge 3
Fläche: ca. 466 qm (bis Ende 2004)
Funde/Befunde:
  • Feuersteinartefakte
  • Großsäugerreste (Waldnashorn, Wisent, Wildpferd)
  • Hölzer, z. T. angekohlt
Verlandungsfolge 2
Fläche: ca. 468 qm (bis Ende 2004)
Funde/Befunde:
  • Feuersteinabspliss
  • Großsäugerreste
  • Hölzer der Ufervegetation
Verlandungsfolge 1 (Klimaoptimum, entspricht Fd.St. Schöningen 12)
Fläche: ca. 422 qm (bis Ende 2004)
Funde/Befunde:
  • Wenige Feuersteinartefakte und -abschläge (u. a. ein Schaber)
  • Faunenreste (u. a. Wildpferd, Altbiber/Trogontherium cuvieri, Schildkröte/Emys orbicularis sowie Kleinfossilien)
  • Zahlreiche, z. T. angekohlte Hölzer, Baumstubbenrest
Fundstelle 15
Schöningen, "Fährberg", > 18.600 qm (2000/01)
Band keramische Siedlungsgrube (mit Gefäßresten, Feuerstein artefakten und Mahlsteinbruchstück); Siedlungsbefunde der Kugelamphorenkultur, der Schönfelder Kultur sowie der jungneolithischen Bernburger Kultur mit zahlreichen Funden (u. a. Keramik, Hüttenlehm, Steinartefakte, Knochengeräte, Tierknochen); 6 Hockergräber der Glockenbecherkultur (?), darunter eine Kinderbestattung; Gräberfeld der (frühen?) Aunjetitzer Kultur (mind. 15 Gräber) mit N-S orientierten Hockerbestattungen (in einem Grab Beigabe eines Lanzettdolches); metallzeitliche Siedlungsgruben
Quellen: H. Thieme & R. Maier (Hrsg.), Archäologische Ausgrabungen im Braunkohlentagebau Schöningen, Landkreis Helmstedt
(Hannover 1995) passim; Fundchronik Niedersachsen (Beihefte der Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte/NNU).
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